EM 2012

Liebe Freunde des gepflegten Semi Public Viewing,
bald ist es wieder soweit – die EM rückt immer näher. Und gemäß dem Motto “never change a winning team” möchten wir euch wieder zum traditionellen “Fussek gucken unterm Dach” einladen. Natürlich wird der Grill vorgeglüht und die Biere kalt gestellt sein.

Adelaide nach Kangaroo Island

Heute Morgen ging es schon frueh los, weil wir zum Flughafen mussten. Der ist in Adelaide zum Glueck nicht so riesig. Und es ging alles recht schnell. Daher hatten wir noch genug Zeit fuer ein Fruehstueck.

Auf KI ist der Flughafen so winzig, dass ich das Gepaeck selber vom Wagen holen musste, waehrend Ingo 100m weiter schon den Mietwagen holte. Wir hatten zwar keinen 4WD reserviert, aber die Frau hat uns ausdruecklich dazu geraten einen zu nehmen, weil viele Strassen dort noch nicht gepflastert sind. Also haben wir einen Toyota Gelaendewagen genommen, ein geiles Teil. Der Wagen war ziemlich neu, nur 3000 km auf dem Tacho, mit allem Zip und Zap. Mit dem haben wir dann erst mal die Nordkueste der Insel angesehen. Auf dem Weg hatten wir das Schreckerlebnis schlechthin, als [ploetzlich wie aus dem nichts ein Koala ueber die Strasse rannte. Ingo konnte gerade eben noch bremsen. Es war richtig knapp, aber zum Glueck hat er es geschafft und ist ganz schnell auf meiner Seite auf einen Baum hoch gekrabbelt. Da hing er dann voellig geschockt (genau wie wir). Der arme kleine Kerl hat dabei bestimmt den Energiebedarf des ganzen Tages verbraucht und musste sicherlich den Rest des Tages erst mal einen Powernap machen.

Wir sind dann auf dem Weg ins Hotel nochmal in der einzigen “Stadt” vorbei gefahren und haben ein paar kalte Biere gekauft (wir haben ja unsere Lehre gezogen aus dem Prom NP). Das Hotel war ein Traum. Eine kleine Gartenvilla, liebevoll aber sehr modern eingerichtet. Da haette ich es auch noch ein paar Wochen oder Monate ausgehalten :-)

Nach Einbruch der Dunkelheit haben wir uns noch einer Pinguinfuehrung angeschlossen und danach selig in dem tollen Bett geschlafen. Das erste mal seit langer Zeit ohne Ohrstoepsel!

Adelaide

Heute mussten wir uns von unserem treuen Gefaehrten, dem Campervan trennen. Wir haben auf dem Campingplatz alles vorbereitet, Koffer gepackt, Camper sauber gemacht, alles verstaut. Dann sind wir zunaechst ins Hotel gefahren, haben unser Gepaeck dort abgeladen und sind dann zur Abgabestelle gefahren. Danach sind wir mit dem Bus in die Stadt gefahren und haben uns Adelaide angesehen. Die Stadt gefiel uns sehr gut, sogar noch besser als Melbourne, was vielleicht an dem Wetter liegt. Aber hier gibt es unglaublich viele Parks und gruen in der Innenstadt. Die Innenstadt selber ist relativ klein und ueberschaubar.

Kingston SE nach Adelaide

Nach dem schlimmsten aller Tage ging es heute weiter ueber Murray Bridge und Hahndorf nach Adelaide.

Edenhope nach Kingston SE

Heute war der schlimmste Tag. Das einzig Gute daran ist, dass es schlimmer nicht kommen kann. Der einzige Grund warum wir nach Kingston SE gefahren sind, ist nicht der uebergrosse Lobster (Hummer), der am Dorfeingang steht, sondern, dass ich gelesen hatte, dass es dort den besten, frischesten Lobster an der ganzen Kueste gibt. Dort wollten wir unbedingt essen.

Auf dem Weg dorthin fuhren wir noch durch ein Weinbaugebiet wo wir bei einem Weinhandel eine Weinprobe machten, der biodynamischen Wein macht. Etwas zu esoterisch fuer meinen Geschmack (der Wein wird immer bei einem bestimmten Mondstand geerntet und so) aber der Wein war wirklich gut und wir nahmen zwei Flaschen mit. Von da aus ging es weiter nach Kingston, wo wir eigentlich uebernachten wollten. Als wir zu der Fisch & Chips Bude kamen, wo es angeblich den tollen Lobster gab, hoerten wir zu unserer grossen Enttaeuschung, dass es heute keinen Lobster gaebe, weil die Fischer wegen des schlechten Wetters keinen gefangen hatten. Das Wetter war auch nicht so toll, dass es sich gelohnt haette dort am Strand zu bleiben, also entschieden wir uns noch ein bisschen Strecke zu machen, damit wir es am naechsten Tag bis Adelaide schaffen wuerden.

Der Campingplatz, den wir dann ansteuerten, verdient den Namen eigentlich nicht. Wir haetten stutzig werden sollen, als wir das “for sale” Schild gesehen haben. Der Platz sah aus wie eine verlassene Westernstadt. Alles war dreckig und heruntergekommen. Die Waschraeume waren voll mit irgendwelchen Wuermern. Es gab eine grosse Kueche, aber die war abgeschlossen. Ansonsten gabe es einen BBQ mit Gasflasche aber ohne Ueberdachung und einen unter einem Dach, aber ohne Gasflasche. Weiterhin gab es einen verdreckten Pool, in den man aber sowieso nicht gehen konnte, da das Tor verschlossen war und einen voelig verwahrlosten Aufenthaltsraum, den man bestenfalls als Stall benutzen konnte.

Dummerweise entschied sich das Wetter gerade heute uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Ploetzlich aus heiterem Himmel fing es an zu stuermen und es kamen mehrere Gewitter nacheinander, immer wieder von anderen Seiten. Es hat so geregnet, dass man auf dem Weg von Waschraum zum Auto komplett nass bis auf die Knochen wurde. Wir schafften es gerade noch unseren Gaskocher samt Gasflasche unter die Ueberdachung zu bringen und haben dann dort gegessen. Als ich dann aber im Waschraum das Geschirr abspuelte (es gab natuerlich auch keine Geschirrwaschplaetze) fing es wieder so sehr an zu schuetten, dass ich erst mal 10 Minuten da rum stehen musste.

Wir haben uns dann so schnell es ging in den Bulli zurueck gezogen. Natali hatte uns ein paar Comedy Sachen auf einen USB-Stick gepackt und das haben wir dann gehoert und dabei den leckeren Wein getrunken.

Halls Gap nach Edenhope

Heute wollten wir eigentlich schon weiter fahren an die Kueste. Aber da wir gestern erst so spaet angekommen waren, entschieden wir uns erst noch ein paar kleine Wanderungen zu machen und dann direkt nach Westen anstatt nach Sueden weiter zu fahren.

Das war auch eine sehr gute Entscheidung. Wir haben drei fantastische Wanderungen gemacht, tolles Wetter dabei gehabt, wie die Irren geschwitzt aber viel gesehen.

Als wir dann weiter fuhren, haben wir versucht so weit wie moeglich zu fahren, damit die Strecke am naechsten Tag nicht wieder so lang wird. Also haben wir es bis Edenhope geschafft und dort auf einem total suessen Campingplatz uebernachtet. Der Campingplatz liegt theoretisch direkt am See. Aber die Frau erzaehlte uns, dass der See seit 8 Jahren das erste mal wieder Wasser hat, aber immer noch nicht so viel, wie er mal hatte. Naja, hat es also doch etwas Gutes, dass wir in dem nassesten Sommer seit 10 Jahren in Australien waren :-)

 Der Bootssteg hing daher etwas verloren mitten in der Luft, hunderte Meter vom Wasser entfernt. Es war trotzdem wunderschoen dort. Hatte was von einer Steppe in Afrika an einem Wasserloch :-)

Port Campbell zu den Grampians

Heute ging es weiter zu den Grampians. Die Stadt wo wir hin wollten heisst Halls Gap.

Die Strecke war eher langweilig, es ging nur geradeaus. Einziges Highlight war ein total nettes Cafe, was gleichzeitig auch ein Antiquitaetenladen war, in einem total verlassenen Ort. (weiss grad nicht mehr wie der hiess, muss ich nach gucken)

Als wir in Dundeld ankamen, der ser Stadt am suedlichen Ende des National Parks, sind wir erst ins Infocenter gegangen und haben danach nochmal getankt, weil die Frau uns sagte, dass es im Park keine Tankstelle gibt. Dummerweise ist die Ausfahrt der Tankstelle genau ander Kreuzung, an der wir haetten abbiegen muessen und man konnte das Schild nciht mehr sehen. Also sind wir erst mal 30km in die falsche Richtung gefahren. Als wir es bemerkt und zurueck gefahren sind, war es dann leider schon so spaet, dass wir an dem Tag keine Wanderung mehr machen konnten. Aber wir haben auf dem Weg einen Ameisenigel gesehen, der watschelte ganz gemuetlich ueber die Strasse. Als wir anhielten und ihn fotografieren wollten, lief er “total schnell” einen Huegel hoch und versteckte sich mit der Schnauze unter einem Baum und schnaufte ein paar mal, so als wenn er sagen wollte, puh, das war knapp. Wir haben uns kaputt gelacht, haben den armen kleinen Kerl dann aber in Ruhe gelassen. In Halls Gap haben wir uns fuer den ersten Campingplatz entschieden, weil der andere, den wir gesehen haben irgendsoein komisches christliches Sowiesocamp war, nicht so ganz das Richtige fuer uns ;-)

Auf dem Campingplatz gab es keine Kueche, nur ein ueberdachtes BBQ. Da wir aber nichts zu grillen gekauft hatten, und endlich unseren Gaskocher mal ausprobieren wollten, haben wir uns Nudeln mit Tomatensosse gemacht und dazu ganz stilvoll Rotwein getrunken. Da es langsam Abend wurde rannten ueberall Kaengeruhs rum. Sie sassen vor, hinter und neben unserem Wagen. Das war total toll! Ein kleiner raste die ganze Zeit voll uebermuetig von einer Seite zur anderen.

Spaeter wurde es so kalt, dass wir sogar unsere Schlafsaecke raus holten und uns darin einwickelten. So war es aber auszuhalten und wir genossen den herrlichen Abend.

Melbourne nach Port Campbell ueber Great Ocean Road

Heute Morgen sind wir noch von Paul und Natali zum Fruehstueck eingeladen worden, weil sie uns gerne noch vor der Weiterfahrt den Vorort Williamstown zeigen wollten. Ein sehr schoener Ort mit viktorianischen Haeusern. Wir sind aber schon um 10 Uhr wieder am Haus gewesen, weil wir heute eine lange Strecke zu fahren hatten. Die Great Ocean Road.

Leider wollte das Wetter immer noch nicht so richtig mitspielen. Es regnete immer mal wieder und ansonsten war es so windig, dass man fast weg gepustet wurde. Ich war froh, dass ich meine winddichte Segeljacke dabe hatte. Bei so einem Wetter ist die Great Ocean Road leider auch nur halb so beeindruckend und wir waren dann auch etwas enttaeuscht.

Die ersten beiden Attraktionen (12 Apostel und London Bridge) leben auch mehr von ihrer Geschicht. Von den 12 Aposteln brechen immer mehr zusammen, bald wirds die wohl gar nicht mehr geben. Ich hab nur 9 gesehen. Und von der London Bridge ist auch schon die Halfte weg. Als diese Haelfte weg brach (1990) standen auf dem anderen Ende noch 2 Touristen, die dann mit einem Hubschrauber gerettet werden mussten. Die Geschichte wird ueberall erzaehlt, wahrscheinlich um die Attraktion zu erhoehen.

Was ich am interessantesten fand, wird am wenigsten beworben, die Bay of Islands. Das ist eine ganze Bucht voll mit interessanten Felsformationen.

Wir haben es dann nicht wie urspruenglich bis Warnambool geschafft, weil wir nicht im Dunkeln fahren wollen, sondern sind nur noch bis Port Campbell gefahren. Dort haben wir auf einem netten kleinen Campingplatz uebernachtet, der relativ neu aussah (oder frisch renoviert). Er hatte eine gut ausgestattete Kueche, leider fehlten da Tische. Wir mussten naemlich drinnen essen, weil es so kalt war. Aber das haben wir dann an der Arbeitsplatte gemacht. Danach haben wir uns noch in den Aufenthaltsraum gesetzt, ein bisschen TV geschaut und ein Bier getrunken, weil es zu kalt war um draussen zu sitzen.

Melbourne

Jetzt sind wir schon fast eine Woche in Australien und sind noch nicht einmal dazu gekommen ins Internet zu gehen. Das Angebot von Internet Cafes ist hier nicht so gross wie in Neuseeland, was aber vielleicht auch daran liegt, dass wir bis jetzt immer auf Campingplaetzen uebernachtet haben.

Am Donnerstag Abend sind wir in Melbourne angekommen und uebernachten hier bei Freunden (Paul und Natali). Da wir abends immer sehr frueh muede werden, habe ich es bis jetzt noch nicht geschafft, hier mal rein zu schauen. Jetzt ist es Samstag Morgen 9 Uhr und ich hab endlich mal ein bisschen Zeit.

Das Wetter ist seit 3 Tagen eher bescheiden. Wenn die Sonne scheint ist es zwar richtig heiss, so um die 23 Grad, aber es regnet immer wieder, teilweise richtig heftig, und dann kuehlt es auch sofort wahnsinnig ab. Deswegen sind wir auch schon am Donnerstag Abend hier hin gefluechtet.

So haben wir wenigstens gestern schon die Gelegenheit gehabt uns Melbourne an zu sehen. Paul konnte sich sogar frei nehmen und hat uns die Stadt gezeigt. Abends sind wir dann noch nett essen gegangen.

Am Sonntag ist hier Thanks Givining (Erntedankfest) und heute gibt es hier ein vorgezogenes Thanks Giving Dinner. Dazu kommt noch Dougall vorbei, auch ein Freund aus alten Zeiten, mit seinen beiden Kindern. Natali hat naemlich einen Truthahn geschenkt bekommen und weil wir am Sonntag schon weiter fahren muessen, gibts den schon heute.

Melbourne

Heute hat Paul sich frei genommen um uns die Stadt zu zeigen. Das Wetter kann sich nicht entscheiden, aber das scheint in Melbourne normal zu sein. Hier wechselt das Wetter angeblich sehr oft.

Paul hat uns eingeladen auf den hoechsten Turm Melbournes, den Eureka zu steigen und dort die Aussicht zu geniessen. Das war schon sehr beeindruckend. Der Aufzug in den 88. Stock braucht nur ein paar Sekunden. Man kann sogar auf eine Aussenplattform gehen, die natuerlich vergittert ist, aber eben auch sehr windig.

Danach haben wir uns noch das Casino angesehen. Das ist so gross wie eine mittlere Kleinstadt. Total irre!

Zum Mittag sind Ingo und ich in ein chinesisches Restaurant im chinesischen Viertel gegangen und Paul musste noch ins Buero. Nach dem Essen sind wir auf ein Pint in den Pub gegangen. Als wir da sassen, fing es so dermassen an zu schuetten, dass die Strasse sich binnen Sekunden in einen Fluss verwandelte. Aber wie Paul zu sagen pflegt, es regnet nie in einem Pub :-)

Danach haben wir uns wieder mit Paul getroffen, der uns noch ein paar Sachen zeigte, dann waren wir mit Natali in einem Pub verabredet, haben noch kurz die Universitaet von Melbourne besichtigt um zum Schluss dann in einer BYO (bring your own, das sind Restaurants, wo man seine eigenen alkoholischen Getraenke mitbringen kann, weil nicht jedes Restaurant eine Lizenz zum Alkoholausschank hat) Pizzeria zu Abend zu essen.